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Internationale Aktien – Im Jahr des Erd-Schweins auf China setzen

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

so unterschiedlich die Einschätzungen zum Umfeld der Börsen auch sein mögen – die Schwellenländer und insbesondere China werden von großen Investmenthäusern jetzt favorisiert. Nach einem miesen Jahr 2018 mit zum Teil schweren Kursverlusten könnte 2019 die Wende eintreten. Auch der Kalender spricht dafür. Das hinter uns liegende Hundejahr war heftig – mit Handelskrieg, Schuldenanstieg und Konjunkturabschwächung. Viele Chinesen denken, dass das soeben begonnen Jahr des Schweins ruhigere, glückliche Tage bringt. Und gute Zeiten für chinesische Investitionen.

Am 5. Februar hat nach dem chinesischen Kalender das neue Jahr begonnen. Bis zum 24. Januar 2020 regiert dann das Zeichen des Erd-Schweins. Das kann nach Darstellung einschlägiger Astrologen für Sie und Ihre Familie bedeuten, dass Sie Sicherheit und finanziellen Wohlstand erreichen. Denn das Schwein ist in China nicht nur ein Symbol des Glücks, sondern auch des Reichtums. Zusätzlich sind im Jahr des Erd-Schweins aber auch soziale Kontakte begünstigt.

Historische Daten zeigen, dass die durchschnittliche Performance der chinesischen Aktienmärkte für die Jahre des Schweins tendenziell recht gut ist. Das letzte Mal 2007, als der MSCI China Index um 66,6% und der Shanghai Composite Index um 98,0% zulegen konnten. Wird sich die Hausse im Jahr 2019 wiederholen? Nach der Korrektur um mehr als 30% gegenüber dem Höchststand im Januar 2018 glauben internationale Analysten, dass viele negative Faktoren bekannt sind und bereits in die chinesischen Aktienkurse eingepreist wurden. Die Bewertungen sind auf ein sehr niedriges Niveau gesunken. Darüber hinaus hat die Regierung begonnen, die Wirtschaft aktiver zu unterstützen.

Das Ertragswachstum für 2019 dürfte bei chinesischen Aktien nach vorsichtigen Schätzungen im einstelligen Bereich liegen. Jeglicher Fortschritt bei den Handelsverhandlungen zwischen den USA und China könnte die Stimmung von sehr negativ auf weniger negativ ändern, was ausreichen würde, damit sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis chinesischer Aktien von dem derzeit niedrigen Niveau von 11 erholt. Darüber hinaus sind chinesische Aktien mit einer Dividendenrendite zwischen 2,5% und 3,0% in das Jahr 2019 gestartet. Ein vergleichender Rückblick auf den Zeitraum von Januar 2001 bis Dezember 2017 zeigt folgendes: Lag die Rendite in diesem Bereich, so hat der MSCI China Index in den folgenden zwölf Monaten in 80% der Fälle eine positive Rendite erzielt.

Ein weiteres Argument der Analysten: Die chinesische Wirtschaft wandelt sich von einem Markt mit instabilem Wachstum, das von Investitionen in Sachanlagen getragen wurde, zu einem konsumorientierten Wachstum, das von Dienstleistungen für Verbraucher gestützt wird. Der Dienstleistungssektor erfordert niedrigere Fixkosten als herkömmliche Sektoren. Deshalb dürfte die Wirtschaft insgesamt stabiler werden, obwohl sich Chinas Wirtschaftswachstum kurzfristig verlangsamen könnte. Denn der Anteil der verbraucherorientierten Wirtschaftszweige am Bruttoinlandsprodukt nimmt weiter zu. Darüber hinaus werden Änderungen in der Einkommensteuergesetzgebung und Mehrwertsteuersenkungen für die Dienstleistungsbranche von Vorteil sein. Investmentstrategen erwarten, dass die Lockerung der chinesischen Geldpolitik spätestens ab dem 3. Quartal positiv auf die Konjunktur wirken wird. Zudem würde eine Einigung im Streit mit den USA um Handelszölle positive Impulse setzen.

Die Bewertungen chinesischer und asiatischer Emerging-Markets-Aktien gelten momentan als sehr attraktiv. Mit der zu erwartenden Wachstumsstabilisierung wäre dies ein guter Einstiegspunkt, eine langfristige, strategische Position in Asien aufzubauen. Investment-Strategen bevorzugen Konsum- und Technologietitel in China, da sie voraussichtlich am meisten von der fortschreitenden Evolution der chinesischen Wirtschaft profitieren dürften. Beide Sektoren waren 2018 mit vielen Widrigkeiten konfrontiert, entsprechend schwach war die Performance. Da die Bewertungen zurückgingen und die Erwartungshaltung angepasst wurde, könnte 2019 für Konsum- und Technologieaktien ein Jahr der Erholung werden. Manche Vermögensverwalter sprechen sogar davon, jetzt sei ein günstiger Zeitpunkt, um auf Schnäppchenjagd zu gehen, insbesondere bei Aktien von Internetfirmen und Autoherstellern.

Da ich die internationalen Börsen insgesamt nach wie vor vorsichtig-zurückhaltend einschätze, möchte ich an meine grundsätzliche Empfehlung einer „Core-Satellite-Strategie“ erinnern: China-Aktien bieten sich zunächst einmal als ein Satellit an, also eine Teil-Anlageklasse neben dem Kerninvestment.

Machen Sie also weiter mit – und machen Sie’s gut!

Hermann Kutzer

Redaktion
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