| Desktop Version |

Gewinneinbruch bei Daimler: Was Aktionäre jetzt wissen müssen!

Dieter Zetsche übergibt nach 13 Jahren im Amt als Vorstandschef des Daimler-Konzerns Ende Mai das Zepter an Entwicklungschef Ola Källenius. Schon aus diesem Grund signalisiert die heutige Jahreszahlen-Präsentation der Stuttgarter das Ende einer Ära. Doch Daimler-Chef Zetsches letzte Bilanz steht auch sinnbildlich für Ende und Neuanfang der gesamten Automobilbranche.

Aus Gegenwind…
Die Marke mit dem Stern verbuchte 2018 erstmals seit dem Krisenjahr 2009 einen herben Gewinneinbruch. Unterm Strich ging das Ergebnis um 29 Prozent auf 7,25 Milliarden Euro zurück. Auch die Rendite des Automobilherstellers knickte auf 7,8 Prozent ein (Vorjahr: 9,3 Prozent) und lag damit noch unter der Zielmarke von acht bis zehn Prozent, die erst 2021 wieder in Reichweite rücken soll. Ein kleiner Lichtblick: Vor allem dank der LKW-Sparte konnte Daimler den Umsatz um immerhin zwei Prozent auf 167,36 Milliarden Euro steigern.

Die Folgen des Gewinneinbruchs bekommen jedoch sowohl Mitarbeiter, als auch Aktionäre zu spüren: Rund 130.000 Tarifbeschäftigten des Konzerns erhalten in diesem Jahr nur 4.965 Euro Ergebnisbeteiligung nach 5.700 Euro im Vorjahr. Die Dividende soll von 3,65 Euro im Jahr 2018  auf nunmehr 3,25 Euro sinken. Analysten hatten mit 3,45 Euro gerechnet. Dieter Zetsche muss also tief in die verbale Trickkiste greifen, um Aktionäre trotz bescheidener Bilanzkennzahlen und sinkender Gewinnbeteiligung bei der Stange zu halten. Zwar räumte Zetsche ein: “Für Daimler war 2018 ein Jahr mit starkem Gegenwind” und verwies auf den Handelsstreit zwischen China und den USA, hohe Kosten für Dieselrückrufe, das früher verwendete Kältemittel R134a und die Elektrifizierung. Auch belastete der neue Abgas- und Verbrauchsstandard WLTP. Doch Zetsches Selbsteinsicht "damit können und wollen wir nicht zufrieden sein"..."deshalb haben wir begonnen, umfassende Gegenmaßnahmen zu erarbeiten", zeigt bislang nicht den gewünschten Effekt: Die Daimler-Aktie verlor zu Handelsbeginn über zwei Prozent und knüpft damit an ihre letztjährige Verlustserie von insgesamt -35 Prozent an.

...wird Rückenwind?
Zweifelsohne hinterlässt Zetsche seinem Nachfolger ein schweres Erbe. Die gesamte Automobilindustrie steckt in einer historischen Transformation, die unser Verständnis von Mobilität neu definieren wird. Selbstfahrende Fahrzeuge, die “Sharing-Economy”, die das Auto als Privatbesitz weitgehend entbehrlich machen könnte, verschärfte CO2-Richtwerte und die fortschreitende Elektrifizierung kosten Geld und führen zu einer Neuordnung des gesamten Sektors. Renommierte Automobilhersteller konkurrieren plötzlich mit IT-Firmen und Newcomern oder fusionieren mit einstigen Rivalen (wie BMW), um sich im hart umkämpften Markt behaupten zu können.

Marktexperten zufolge wird Daimler den Rekordgewinn von über 14 Milliarden Euro aus dem Jahr 2017 nicht so schnell wiedersehen. Doch die automobile Evolution birgt für Daimler auch die Chance, sich neu zu erfinden. Ob diese Mission unter “einem guten Stern steht”, bleibt abzuwarten. Fest steht allerdings schon jetzt: Auto-Aktien könnten auch in den kommenden Jahren erheblichen Schwankungen ausgesetzt sein. Wenn Sie Ihre Nerven (und Ihr Depot) schonen möchten, empfehlen wir einen Blick in den boerse.de-Aktienbrief. Darin lesen Sie alles über die 100 Champions-Aktien- die langfristig erfolgreichsten und sichersten Aktien der Welt - mit denen Sie Ihr investiertes Kapital theoretisch alle 52 Monate verdoppeln können!

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de
Home | Impressum | Kontakt