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Daimler mit Rekordabsatz: Aber wie lange noch?

Die Stuttgarter Nachrichten titeln heute: “Mercedes erneut mit Rekordabsatz”. Im Handelsblatt heißt es dagegen: “Sommerflaute setzt Daimler zu - Absatz steigt nur leicht”. Wie so oft liegt die Wahrheit im Auge des Betrachters. Je nach Blickwinkel lassen sich die gestern Abend vorgelegten Absatzzahlen des Autoherstellers so oder so interpretieren: Ja, Daimler hat 2018 mit 2,44 Millionen weltweit verkauften Autos von Mercedes-Benz und Smart einen neuen Rekordabsatz erzielt. Doch die minimale Steigerung von nur 0,6 Prozent im Vergleich zu 2017 kann auch negativ gedeutet werden und wirft Fragen auf. Steckt Daimler in der Krise? Geht der Titel “weltgrößter Premiumhersteller” bald an BMW - oder gar Tesla?

Der Stern glänzt - aber nicht überall
Während Daimler-Chef Dieter Zetsche stolz kommentierte: „2018 haben wir zum dritten Mal in Folge unsere Position als Nummer 1 unter den Premium-Automobilmarken gefestigt“, sprach Vertriebschefin Britta Seeger in einer Pressemitteilung von einem "herausfordernden Jahr".

Im Sommer 2018 hatten sich diverse Probleme und Verzögerungen, unter anderem die Umstellung auf den neuen Abgasteststandard WLTP, auf die Zahlen ausgewirkt. Mehrere Monate in Folge ging der Absatz zurück, erst der goldene Oktober brachte wieder ein Plus. Zudem weisen die Zahlen enorme, regionale Unterschiede auf. Während Daimler dank der Prestige-Marke Mercedes-Benz insbesondere in China enorme Zuwächse von +11 Prozent verzeichnete, verkauften die Schwaben in den USA (-6 Prozent) und Europa (-2 Prozent) deutlich weniger Autos als im Vorjahreszeitraum.

Elektrifiziert und autonom: Daimler rüstet sich für die Zukunft
Die starke Abhängigkeit vom wachsenden, asiatischen Markt birgt allerdings auch Gefahren für Daimler. Gerade die Chinesen punkten mit einer Vielzahl inländischer, hierzulande kaum bekannter Elektroauto-Hersteller, die den Schwaben den Rang ablaufen könnten. Zwar zeigt sich Entwicklungschef Ola Källenius auf der CES (Consumer Electronic Show) in Las Vegas zuversichtlich, dass Daimlers neuen Elektroautos am Markt erfolgreich sein werden und verwies auf die “Strahlkraft” der Marke mit dem Stern. Doch Konkurrenten wie Tesla, die aktuell eine “Gigafactory” in Schanghai errichten oder der chinesische Elektroautobauer BYD, der zweistellige Wachstumsraten aufweist, könnten Daimler in Bedrängnis bringen.

Schon jetzt haben die Stuttgarter gegenüber Tesla und Co. einen erheblichen Rückstand beim Bau von Elektroautos, den der Konzern so schnell nicht aufholen wird, wie die gestrige Präsentation des E-SUVs EQC in Las Vegas offenbarte: Daimlers Hoffnungsträger soll Mitte 2019 in Deutschland auf die Straße kommen. In den USA und China wird der EQC allerdings erst deutlich später erhältlich sein.

Größe macht eben leider auch schwerfällig. Deshalb sind Aktien prestigereicher, marktführender Unternehmen wie Daimler noch längst kein Garant für hohe Renditen. Die Daimler-Aktie verlor in den vergangenen 12 Monaten etwa 35 Prozent an Wert. Aber auch die langfristige Entwicklung ist überschaubar. Auf Zehn-Jahres-Sicht kletterte die "Mercedes-Aktie" gerade einmal 2,3% jährlich nach oben. Für Anleger kann es sich also “bezahlt” machen, einmal über den Tellerrand zu blicken und Aktien langfristig erfolgreicher Unternehmen in Betracht zu ziehen, die vielleicht weniger “Strahlkraft” haben als Daimler, dafür aber dafür mit kräftigen Kursgewinnen überzeugen: Unsere 100 boerse.de-Aktienbrief-Champions - Qualitätsaktien die im Schnitt 16,5% pro Jahr gewinnen - mit denen auch Sie dem Markt “davonfahren”.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de
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