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Bayer: Zahlreiche Risiken und Nebenwirkungen!

Man könnte fast denken, Bayer hätte ein neues Schlankheitspräperat entwickelt - und gleich am eigenen Leib getestet. Der Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern folgt laut einem Bericht des Handelsblatts einem strengen Diät-Regime, um die hohen Kosten und Risiken nach der Monsanto-Übernahme im Juni dieses Jahres zu stemmen. Ein notwendiger Schritt, zumal der 63 Milliarden Dollar-Happen dem Konzern bislang nicht gut bekommt. Mit Monsanto hat Bayer (Image-) Probleme, Glyphosat-Klagen und Schulden eingekauft. Der Aktienkurs der Leverkusener verlor trotz des heutigen Tages-Gewinns von +0,74 Prozent in den vergangenen sechs Monaten -37 Prozent. Jetzt will Bayer-Vorstandschef Werner Baumann die Organisation straffen, Kosten sparen und Arbeitsplätze abbauen. Auch Teilverkäufe einzelner Marken stehen zur Diskussion.

Unkalkulierbare Risiken und Nebenwirkungen
Mit der Monsanto-Akquisition hat sich Bayer möglicherweise ein Milliarden-Grab gegraben. Denn die Klagewelle aufgrund eventueller Gesundheitsrisiken durch das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat reißt nicht ab. Ganz im Gegenteil. Erst vor wenigen Tagen hatte Bayer bekannt gegeben, dass bis Ende Oktober rund 9.300 Klagen potenziell geschädigter US-Kunden eingegangen waren. Wie viele bis zum Prozessbeginn im März 2019 noch dazu kommen, ist ungewiss. Noch beunruhigender als die Klagewelle selbst ist jedoch, mit welch Gelassenheit Bayer auf die möglicherweise milliardenschweren Konsequenzen des Glyphosat-Urteils blickt. Das Unternehmen habe laut eigener Aussage “alles geprüft” und sei “erfahren in Prozessführung”. Stimmt, denn wegen des rund eine Milliarde Dollar teuren Lipobay-Skandals vor über einem Jahr stand Bayer bereits vor einem US-Gericht…und ist aus dem Schaden offensichtlich nicht klug geworden.

(K)ein Allheilmittel
Ironischerweise gelang Bayer gestern ausgerechnet im Bezug auf die US-Zulassung seines mit Loxo Oncology entwickelten, neuartigen Krebsmedikaments ein kleiner Etappensieg. Das Mittel mit dem Wirkstoff Larotrectinib darf in den USA verkauft werden. Doch Investoren zeigten sich von der Meldung gänzlich unbeeindruckt und schickten die Bayer-Aktie um -0,75 Prozent in die Verlustzone. Anleger misstrauen dem Konzern, der darauf spekuliert, dass das Mittel mit dem Handelsnamen “Vitrakvi” ein echter “Blockbuster” wird. Verständlich, zumal das Krebsmedikament nur bei sehr seltenen Tomormutationen eingesetzt wird und eine Behandlung US-Patienten (monatlich!) 32.800 Dollar kosten soll. Wie Bayer damit Milliarden verdienen will, ist schwer nachzuvollziehen.

Doch ganz unbeeindruckt scheinen die Leverkusener von der drohenden Glyphosat-Klagewelle und den hohen Risiken im Zusammenhang mit neuartigen, kostspieligen Medikamenten doch nicht zu sein. Bayer plant nämlich laut Medienberichten, in den kriselnden Segmenten Consumer Health (u.a. Aspirin) Kosten zu reduzieren. Auch in der Pharmaforschung und in der mit Monsanto kombinierten Agrarsparte würden Jobs wegfallen. Des weiteren könnte Bayer wenig rentable Marken, wie z.B. das “nur” 1,6 Milliarden Euro schwere Tiermedizingeschäft, zum Verkauf anbieten.

Wie sagt man doch so schön? “Was du säst, wirst du auch ernten”. Im Falle von Bayer ernten Anleger vor allem eines: Verluste - und unkalkulierbare Risiken. Doch gerade im wachstumsstarken Pharma-Segment gibt es durchaus Branchenvertreter, die mit langfristig überdurchschnittlichen Kursgewinnen und einer “gesunden” Perspektive glänzen: Unsere Pharma-Champions. Welche Werte das sind, und welche insgesamt 100 Champions-Aktien mit überdurchschnittlichen Renditen, statt zweistelligen Verlusten aufwarten, erfahren Sie in Ihrer aktuellen Aktienbrief-Gratisausgabe!

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de
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