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Siemens Healthineers: Schwache Zahlen, starker Ausblick!

Das sieht man an den Märkten eher selten: Trotz eines Gewinnrückgangs im vergangenen Quartal stand die Siemens-Healthineers-Aktie heute Vormittag mit +2,6 Prozent bei den Anlegern hoch im Kurs. Damit ist die Siemens-Medizintechnik-Tochter, die erst seit März 2018 an der Börse gehandelt wird, endlich wieder auf dem aufsteigenden Ast - das Siemens-Healthineers-Papier war vor drei Wochen auf ein Sechs-Monats-Tief gefallen, nachdem Anleger anfängliche Gewinne versilbert hatten. Die Healthineers-Aktien waren beim IPO zu je 28 Euro ausgegeben worden und erreichte Ende August ein Hoch von 39,90 Euro. Verständlich, dass manche Börsianer ihre knapp 20 Prozent Rendite ins Trockene bringen wollten...

 

Gemischter Rückblick

 

Der Grund, weshalb Investoren heute an der Healthineers-Aktie wieder Gefallen finden, ist weniger in den aktuellen Zahlen, als vielmehr in der Prognose zu suchen. Hohe Umbaukosten und negative Währungseffekte machten den Franken im vierten Quartal das Leben schwer. So sank das operative Ergebnis im vierten Quartal um sechs Prozent auf 627 Millionen Euro. Nach Steuern nahm der Gewinn um acht Prozent auf 374 Millionen Euro ab. Der Umsatz stieg dagegen bereinigt um Währungseffekte sowie Zu- und Verkäufe um vier Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Aber: Aufgrund der aktuellen Dollarschwäche wurden die durchaus erfreulichen vier Prozent Wachstum um die Hälfte aufgezehrt. Zudem drückten die Kosten für den Börsengang und den Abbau von 350 Arbeitsplätzen auf den operativen Gewinn des Medizintechnik-Konzerns für das Geschäftsjahr 2017/18 (Ende September). Dieser fiel um 12 Prozent auf 2,11 Milliarden Euro.

 

Gesunder Ausblick

 

Altlasten und Fremdeinflüsse verzeihen Anleger Siemens Healthineers offensichtlich gerne, zumal Vorstandschef Bernd Montag ein starkes Gesamtjahr prophezeit: "Aufgrund der Stärke unseres Portfolios in allen Segmenten und der deutlich beschleunigten Auslieferung des Labordiagnostiksystems Atellica Solution blicken wir zuversichtlich auf das Geschäftsjahr 2019." Dann soll der Umsatz des Erlanger Konzerns - ohne Währungseffekte - um vier bis fünf Prozent wachsen, die Umsatzrendite auf 17,5 bis 18,5 Prozent steigen.

 

Atellica Solution gilt als Siemens Healthineers großer Hoffnungsträger im Bereich Labordiagnostik, der momentan noch von Roche dominiert wird. Von dem neuen, angeblich hocheffizienten und damit kostensparenden System wurden 2017/18 knapp 1000 Stück ausgeliefert, davon rund 430 im vierten Quartal. Bis September 2019 soll die Zahl der installierten Atellica-Systeme auf 3200 bis 3500 wachsen, ein Jahr später sollen es 7000 sein.

 

Bis Atellica den Durchbruch zur Weltspitze geschafft hat, kann Healthineers sich noch auf den Erfolg seines derzeitigen Umsatztreibers Diagnosik verlassen: Im abgelaufenen Geschäftsjahr war die Bildgebungs-Sparte (Röntgen, Ultraschall, CT und MRT) erneut mit Abstand der größte Gewinnbringer. Allein im vierten Quartal legten die Umsätze dieses Segments währungsbereinigt um sechs Prozent zu. Die bereinigte operative Marge lag gar bei 21,2 Prozent.

 

“Wir prägen die Gesundheitsvorsorge der Zukunft”, titelt Siemens Healthineers auf der Firmenwebsite. Doch die gesamte Branche befindet sich derzeit aufgrund tief greifender Veränderungen im weltweiten Gesundheits- und Versicherungswesen in einer historischen Umbruchphase und es bleibt abzuwarten, welche Marktteilnehmer eine langfristig “gesunde” Entwicklung vorweisen können. Siemens kann sich aufgrund seiner kurzen Börsenhistorie und der volatilen Kursentwicklung (noch) nicht als Champions-Aktie qualifizieren. Im boerse.de-Aktienbrief stellen wir Ihnen alle 14 Tage die 100 erfolgreichsten Aktien der Welt vor- unser Champions. Darunter übrigens auch einige Vertreter der Medizintechnik-Branche die laut unserer “Diagnose” langfristig hervorragende Gewinnperspektiven eröffnen. Welche das sind, lesen Sie in Ihrer aktuellen Aktienbrief-Gratisausgabe!

 

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

 

Ihre Miss boerse.de

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