| Desktop Version |

Zum Weltspartag: Warum Sparen allein nicht reich macht

Den Weltspartag am 31. Oktober verbinde ich persönlich mit einer Reihe, durchwegs positiver Kindheitserinnerungen. Mein Sparschwein wurde in der örtlichen Sparkasse “geschlachtet”, es regnete Kleingeld in den Münzzähler und am Ende wurde ich für meinen Fleiß gelobt und bekam vom freundlichen Bankangestellten ein “Knax”-Heft, einen Luftballon und ein kleines Geschenk. Toll. Eigentlich schade, dass sich diese frühe Finanzbildung, die im Jahr 1924 ursprünglich zur Förderung des Spargedankens ins Leben gerufen wurde, dieser Tage bei den wenigsten Erwachsenen positive Assoziationen hervorruft. Allerdings gibt es für die “Entzauberung” des Weltspartags mehrere, triftige Gründe.

Sparen lohnt sich nicht (mehr)
Ursprünglich sollte der Weltspartag vermitteln, dass es wichtig ist, in Notzeiten etwas Geld auf der hohen Kante zu haben. Doch damit geben sich Sparer - zurecht - nicht mehr zufrieden. Das Kapital soll schließlich Rendite bringen, “passiv Geldverdienen” lautet die Devise. Und genau das ist in der andauernden Nullzinsphase mit dem guten alten Sparbuch fast unmöglich. Fest verzinste Anlageformen brachten zwar in den 1920ern noch gute vier Prozent Zinsen, in den 60er und 70er Jahren bis zu sieben Prozent und in der Hochzinsära der wilden 80er gar über zehn Prozent Rendite, doch seit der Finanzkrise ist’s um die Zinsen schlecht bestellt. Der Leitzins fiel kontinuierlich auf das seit 2016 geltende Niveau von null Prozent.

Eigentlich sollten wir Deutschen also genug Zeit gehabt haben, um uns in den vergangenen Jahren nach renditestärkeren Anlageformen umzusehen, als dem Sparbuch. Doch nichts dergleichen: Unsere (dank des Weltspartages?) anerzogene Liebe zum Festverzinslichen ist unerschütterlich. Trotz Null-Zinsen, Null-Zinseszinsen und einer Inflationsrate von zwei Prozent, die das Sparvermögen peu a peu vernichtet, besitzt laut einer Studie der Commerzbank fast jeder zweite Bundesbürger ein Sparbuch. Jeder zehnte Euro wird verlustbringend gespart, statt rentabel investiert.

Allgemeine (Anlage-) Verunsicherung
Teils aufgrund mangelnder Finanzbildung, teils aus Unsicherheit. Zu geringes Wissen über Geldanlagen, Angst vor Schwankungen an den Kapitalmärkten oder schlicht und einfach Desinteresse führen dazu, dass viele Deutsche überhaupt nicht mehr sparen. So ist die Zahl der Sparer binnen eines Jahres von 80 auf 71 Prozent gesunken, wie der Bundesverband der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) festgestellt hat. Gleichzeitig ist die Aktionärsquote (Fonds und Aktien gesamt) in Deutschland 2017 aber nur marginal gestiegen und liegt mit 15,7 Prozent noch immer unter dem Niveau von vor der Finanzkrise. Zusammengefasst sparen wir etwas weniger, zögern aber gleichzeitig, unser freies Kapital in Aktien oder Fonds zu investieren.
 
Chart der Aktionärsquote in Deutschland
 
Aktien? Lieber nicht!
Eine verpasste Chance, denn Aktien waren in den vergangenen Jahrzehnten mit einer Rendite von im Mittel 9 Prozent pro Jahr konkurrenzlos. Und sind dabei keineswegs so spekulativ, wie ihr Ruf. Viele Anleger vergessen, dass es sich bei Aktien nicht um Zockerpapiere handelt (zumindest dann nicht, wenn Sie in langfristig erfolgreiche Champions-Aktien investieren), sondern um Unternehmensanteile. Diese steigen oder fallen wie der Name schon sagt mit dem Wert des Unternehmens. Somit sind Sie als Aktionär kein Spekulant, sondern Teilhaber und als solcher gehört Ihnen ein Teil des Betriebsvermögens (Anlagen, Gebäude, Patente, etc.).
 
Es wird also höchste Zeit, neue Wege einzuschlagen und den Weltspartag durch einen Welt-Aktien-Tag zu ersetzen. Klingt etwas sperrig, würde aber möglicherweise sehr zum Imagegewinn der unbeliebten aber äußerst erfolgreichen Wertpapiere beitragen. Wenn auch Sie sich vom Sparbuch verabschieden und mehr über Aktien als langfristig konkurrenzlose Anlageklasse erfahren möchten, dann ist der boerse.de-Aktienbrief für Sie eine ideale Einstiegslektüre. Denn: Im boerse.de-Aktienbrief stellen wir Ihnen 100 Champions-Aktien vor, die die Rendite eines jeden Sparbuchs blass aussehen lassen...

Ich wünsche Ihnen ein entspanntes Wochenende,

Ihre Miss boerse.de
Home | Impressum | Kontakt