| Desktop Version |

BMW: Gewinner der E-Auto-Evolution?

Die BMW-Aktie kommt mit minimalen Ausschlägen heute zwar nicht so recht vom Fleck, ist aber mittelfristig immer noch schneller unterwegs, als die der Branchenkollegen Daimler oder gar Tesla. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate gewann der BMW-Anteilsschein rund fünf Prozent an Wert, Tesla verlor dagegen 17 Prozent und Daimler büßte 3,4 Prozentpunkte ein. Die digitale Transformation revolutioniert momentan die gesamte Automobilbranche und fordert von allen Marktteilnehmern ihren Tribut, was sich auch in deren Kursentwicklung widerspiegelt. Hohe Investitions- und Forschungskosten, die aufstrebende Konkurrenz aus Asien und wirtschaftspolitische Unsicherheiten stellen Autohersteller vor eine gewaltige Herausforderung. Eine Jahrhundert-„Challenge”, bei der sich BMW bis dato gut behauptet, wie die aktuellen Zahlen verraten.

 

Weniger Gewinn, mehr Rendite

 

Zu Jahresbeginn musste BMW einen kleinen Dämpfer verarbeiten: der Gewinn vor Steuern ging im ersten Quartal um 0,5 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro zurück. Die kleine Delle in der Bilanz ist auf die Euro-Stärke, sowie gestiegene Kosten für die Entwicklung neuer Modelle und Technologien zurückzuführen und sollte kein Anlass zur Sorge sein. Ganz im Gegenteil: BMW-Finanzchef Nicolas Peter zeigte sich optimistisch und wagte eine erste Jahresprognose.  "Für das laufende Jahr heißt das: Erneut klar mehr als zehn Milliarden Euro Ergebnis." 2017 hatte BMW vor Steuern 10,7 Milliarden Euro verdient. Tritt BMW also auf der Stelle? Nein, denn zum einen muss der Autohersteller steigende Forschungs- und Entwicklungskosten für neue, hochpreisige Modelle mit einkalkulieren. Zum anderen liegt der Fokus der Münchner derzeit auf Rendite.

 

"Wir streben an, das EBT auf Konzernebene nachhaltig über zehn Prozent zu halten", sagte Peter dem "Handelsblatt". Das ist viel, denn bei der reinen Autoproduktion gilt bereits eine Rendite zwischen acht und zehn Prozent als ambitioniert. Deshalb arbeitet BMW daran, sein Geschäftsmodell auf allen Ebenen neu auszurichten und sich als Technologiekonzern und Serviceanbieter zu positionieren und Erlösen aus Geschäftsfeldern wie Financial Services oder Beteiligungen mehr Augenmerk zu schenken.

 

Sparmaßnahmen, gepaart mit der Entwicklung teurer aber renditeträchtiger Oberklasse-Limousinen und autonomen E-Autos sollen BMW den gewünschten Wettbewerbs- und Renditevorsprung verschaffen. Ob die Münchner ihr Ziel erreichen, hängt maßgeblich vom Erfolg der E-Auto-Offensive ab.

 

Autonom und elektrisch

 

Wie heißt es doch so schön? “Die letzten werden die ersten sein”. Zwar hatte BMW mit dem Nischenprodukt i3 in Sachen Innovation 2013 die Nase vorn, doch das Modell wurde im vergangenen Jahr nur 31.500 mal ausgeliefert. Davon kann Tesla, dessen Model 3 noch immer mit Produktionsengpässen kämpft, zwar nur träumen, doch an die 600.000 Vorbestellungen, die Elon Musk für seinen Mittelklasse-Stromer bereits in den Büchern stehen hat, kommt BMW längst nicht heran. Doch die Münchner könnten aus Teslas Windschatten heraus auf die Überholspur preschen: BMW will aus Teslas Fehlern lernen und den Zeitvorsprung, der sich aus den Lieferengpässen der Kalifornier ergibt, weise nutzen. So will BMW beispielsweise seine E-Autos mit ebenso wenig Sonderausstattung wie das Model 3 anbieten, um Vertrieb und Produktion zu vereinfachen. Auch im Bereich autonomes Fahren hat BMW momentan die Nase vorne: als erster, ausländischer Hersteller darf der Autobauer in China selbstfahrende Modelle testen. In Schanghai sollen zwei autonome 7er noch im Mai starten, bis Dezember werde die Testflotte auf sieben Fahrzeuge erweitert, teilte das Unternehmen heute mit.

 

Der Automobilsektor erlebt eine historische Transformation, bei der die Karten für alle Spieler in den kommenden Jahren neu gemischt werden. Welcher Hersteller am Ende das Rennen macht, kann momentan niemand vorhersehen. Deshalb sind Auto-Aktien eine sehr riskante und spekulative Anlageform, deren langfristiger Erfolg in den Sternen steht. Wenn Sie lieber in Aktien mit einer mindestens zehnjährigen, überdurchschnittlichen Kurshistorie investieren, dann werfen Sie doch mal einen Blick auf unsere 100 Champions-Aktien, die Sie in der aktuellen Aktienbrief-Gratisausgabe finden!

 

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

 

Ihre Miss boerse.de


Home | Impressum | Kontakt