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ThyssenKrupp mit Gewinnsprung. Aber ob das reicht?

Die ThyssenKrupp-Aktie hat eine schwindelerregende Berg- und Talfahrt hinter sich. Minus 48 Prozent “Rendite” innerhalb der vergangenen zehn Jahre, -4,7 Prozent seit Jahresbeginn, +4,37 Prozent innerhalb der vergangenen Woche. Ob die heute vorgelegten Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 (per Ende September) der ThyssenKrupp-Aktie endlich einen nachhaltigen Aufwärtsimpuls verleihen? Vermutlich nicht, denn...

 

Stahl glänzt

 

...ausgerechnet das ungeliebte Stahlgeschäft brachte die Bilanz des Essener Industriekonzerns zum Strahlen: die Stahlsparte konnte ihr Ergebnis mit 189 Millionen Euro mehr als verdoppeln und trug damit maßgeblich zum Gewinnsprung des Dax-Unternehmens bei. So verbuchte ThyssenKrupp ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 500 Millionen Euro und damit 17 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg leicht um ein Prozent auf 10,75 Milliarden Euro. Analysten hatten im Vorfeld mit 501 Millionen Euro Gewinn und 10,6 Milliarden Euro Umsatz gerechnet und dürften sich von den heutigen Ergebnissen bestätigt fühlen.

 

Euphorie sieht aber anders aus. ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger hat sich nämlich zum Ziel gesetzt, die Abhängigkeit des Konzerns vom konjunkturabhängigen Stahlgeschäft zu verringern, das allerdings gemeinsam mit der Aufzugsparte den größten Teil des operativen Gewinns im zweiten Quartal stemmte. ThyssenKrupp soll zum Mischkonzern werden, dessen Schwerpunkt auf dem Industriegeschäft, also dem Bau von Anlagen und Werkstoffen, liegt. Zu diesem Zweck will Hiesinger ThyssenKrupps Stahlgeschäft mit dem des indischen Konkurrenten Tata Steel fusionieren, zum zweitgrößten Stahlkonzern Europas nach ArcelorMittal aufsteigen und gleichzeitig seine Position als Technologie- und Industriekonzern ausbauen.

 

Anlagenbau enttäuscht

 

Eine Mission, die momentan auf wackligen Beinen steht, denn ausgerechnet das Zukunftssegment Anlagenbau fuhr einen Verlust von 23 Millionen Euro ein. Auch das Ergebnis im Geschäft mit Autoteilen und Wertstoffen blieb hinter den Erwartungen zurück und dürfte Heinrich Hiesinger heute in Erklärungsnot bringen. Bis dato verteidigte er stets sein Motto: „Ich halte aus, wenn andere sagen, das dauert mir zu lange.“ Doch Großinvestor Cevian reißt langsam der Geduldsfaden. Die Schweden, die 18 Prozent der ThyssenKrupp-Anteile halten, fordern eine schnellere Fokussierung und bessere Ergebnisse beim Konzernumbau. Immerhin bekräftigte Hiesinger die Prognose, wonach der operative Gewinn im Geschäftsjahr auf 1,8 bis 2,0 Milliarden Euro nach zuletzt 1,7 Milliarden steigen soll. Aber ob das reicht, um die Gunst der (Groß-) Investoren dauerhaft zurückzugewinnen?

 

Im Segment Maschinen- und Anlagenbau gibt es jedoch auch einige “Aktien-Perlen”, die mit einer mindestens zehnjährigen, überdurchschnittlichen Kurshistorie und geringeren Rückschlägen als 99,9 Prozent aller börsennotierten Aktien glänzen. Welche Champions das sind, erfahren Sie in Ihrer aktuellen Aktienbrief-Gratisausgabe!

 

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

 

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