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Die größten Spekulationsblasen der Geschichte und was wir von ihnen lernen können

Was heute der Bitcoin ist, war früher die Eisenbahn: ein Spekulationsobjekt, wenn nicht gar eine Spekulationsblase. Ein Phänomen, das Anleger schon seit dem 17. Jahrhundert wiederholt und in immer neuem Gewand verfolgt. Ob Tulpenzwiebeln, Immobilien, japanische Aktien oder Dotcom-Unternehmen – so sehr sich die Objekte der Begierde auf den ersten Blick auch voneinander unterscheiden, so viel haben Spekulationsblasen miteinander gemein. Ein Thema, das momentan aufgrund des Kryptowährung-Trends, exorbitant hoher Immobilienpreise in Ballungszentren und dem generell geringen Risikobewusstsein vieler Anleger wieder an Aktualität gewinnt. Doch wie kennzeichnet sich eine Spekulationsblase und warum ist es so schwer, aus Schaden klug zu werden?

 

Anatomie einer “Bubble”

 

Jeder „Kapitalunfall” wird von einem wiederkehrenden, psychologischen Verhaltensmuster begleitet, denen sich Menschen trotz besseren Wissens und Gewissens kaum entziehen können: Jubel, Hysterie, Gier, Panik, Hoffnung und nackte Angst. Urgefühle, die Marktteilnehmer in der immer gleichen Reihenfolge erleben und die zu irrationalen Investitionsentscheidungen führen. Am Anfang jeder idealtypischen Blase steht laut der Ökonomen Charles Kindleberger und Hyman Minsky ein einschneidendes Ereignis, genannt „Verlagerung”. Im Fall der New Economy-Blase war dies beispielsweise die Evolution des Internets. Dieser Trend zieht einen „Boom” nach sich, der die gesamte Wirtschaftsentwicklung anheizt und in eine „Euphorie” mündet, in der Anleger blind vor Gier mögliche Risiken ausblenden und das Spekulationsobjekt nahezu vorbehaltlos kaufen. Oder wie sonst ließe sich erklären, dass eine ordinäre Tulpenzwiebel auf dem Höhepunkt der holländischen Tulpenmanie so viel kostete, wie ein Herrenhaus in Amsterdam?

 

Euphorie ist zudem äußerst ansteckend, wie viele von uns zu Zeiten der Telekom „Volksaktie” am eigenen Leib erfahren durften. Medien und Freunde berichten über satte Spekulationsgewinne und beeinflussen die allgemeine Meinungsbildung nach dem Motto: „Trau dich, diesmal wird alles anders!”. Leider nicht, denn auf Begeisterung folgt Ernüchterung, die „Crisis”. In dieser Phase der „Bubble” bedarf es nur eines kleinen Nadelstichs, um die Blase zum Platzen zu bringen. Insider, die plötzlich verkaufen, oder die überraschende Insolvenz eines Marktteilnehmers, setzen eine plötzliche Verkaufslawine in Gang, die die Preise auf ein extrem niedriges Niveau fallen lässt und in „Abscheu” mündet. Marktteilnehmer wollen mit dem einstigen Objekt der Begierde nichts mehr zu tun haben, die Spekulationsblase ist geplatzt.

 

Historische Spekulationsblasen

 

In der Geschichte gab es viele Anlage-Manien, die Menschen an den Rand des Wahnsinns und Ruins getrieben haben:

Aktuelle Gefahren

 

Momentan mehren sich die Unkenrufe vieler Blasen-Propheten, die vor den Konsequenzen der Notenbankpolitik warnen. Aufgrund der ultra-niedrigen Zinsen flüchten Anleger schon seit Jahren in teils spekulative Aktien-, Anleihen-, Immobilien- oder Kryptowährungsgeschäfte und sorgen damit für eine übertriebene Preissteigerung in bestimmten Sektoren. Die aktuelle Lage weckt bei vielen Marktteilnehmern Erinnerungen an die Zeiten der New Economy und die Immobilienblase vor zehn Jahren und schürt alte „Crash-Ängste”. Aber sind diese tatsächlich berechtigt? Zumindest nicht für langfristig orientierte Aktien-Anlegern. Denn ersten wird jeder eventuelle Rückschlag aufgeholt, wie die Kurshistorie beweist, und zweitens gibt es zahlreiche Indizien, die für eine Fortsetzung der Langzeithausse sprechen. Zum Beispiel die boomende Weltwirtschaft und das aller Erwartung nach umsichtige Vorgehen der Notenbanken, die rapide Leitzinserhöhungen nicht in Erwägung ziehen. Anders verhält es sich dagegen mit Krypto-Spekulanten, die Bitcoin & Co. teils blind und ohne Sachverstand kaufen und damit den Wert der digitalen Währungen künstlich in die Höhe treiben.

 

Was wir daraus lernen? Finger weg von Geschäften, die das „schnelle Geld ohne Risiko” versprechen. Investieren Sie lieber in Aktien langfristig erfolgreicher Unternehmen mit einer mindestens zehnjährigen, überdurchschnittlichen Kurshistorie und geringeren Rückschlägen als 99,9 Prozent aller börsennotierten Unternehmen – zum Beispiel in unsere 100 boerse.de-Aktienbrief-Champions.

 

Ich wünsche Ihnen ein entspanntes Wochenende,

 

Ihre Miss boerse.de

 

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