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Buffett bezieht Position: Apple hot, Bitcoin not!

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

Investorenlegende Warren Buffett sorgt seit der Quartalszahlen-Präsentation seiner Investmentholding Berkshire Hathaway vergangenes Wochenende für immer neue Schlagzeilen. Teils mit polarisierenden Prognosen, teils mit spektakulären Aktien-Zu- und -Verkäufen, die übrigens durchaus die eine oder andere Parallele zu unserer Championauswahl aufweisen …

Buffett kauft bei Apple zu

Buffetts latente Skepsis in Sachen Tech-Aktien hat der Star-Investor schon vor Jahren überwunden und zählt jetzt sogar zu den größten Apple-Fans. So bezeichnete Warren Buffett den iPhone-Hersteller Anfang Mai als „unglaubliches Unternehmen” und berichtete, seine Beteiligungsgesellschaft habe im ersten Quartal 75 Millionen weitere Anteilsscheine des boerse.de-Aktienbrief-Champions erworben, der gerade erst ein neues Allzeithoch markierte. Damit besitzt Berkshire Hathaway momentan rund 240 Millionen Apple-Aktien, beziehungsweise fünf Prozent des Unternehmens aus Cupertino.

Im Zuge der guten Neuigkeiten sowie glänzender Quartalszahlen gewann die Apple-Aktie in nur einer Woche mehr als 13 Prozent. Der Börsenwert von Buffetts Liebling stieg so auf etwas mehr als 900 Milliarden Dollar. Der Konzern steht kurz davor, als erstes Unternehmen der Geschichte eine Bewertung von mehr als einer Billion Dollar zu erreichen.

Wenn es nach Buffett geht, ist der jüngste, äußerst gewinnbringende Zukauf jedoch noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. In einem Interview mit dem US-Nachrichtensender CNBC gestand der Investor, dass er gerne 100 Prozent von Apple besitzen würde… Leider ist dies jedoch aufgrund geltender US-Regularien selbst für eine Legende wie Buffett nicht möglich.

Buffett trennt sich von IBM

Im gleichen Atemzug baute Berkshire Hathaway die Anteile am US-Computer Urgestein IBM komplett ab. Buffett betitelte das IBM-Engagement, das 2011 mit zehn Milliarden Dollar noch eines seiner größten Positionen im Depot war, selbst als “Fehler”. Er hatte offenbar die Branchen-Transition hin zu Cloud-Computing, künstlicher Intelligenz und Datenanalyse, in der sich IBM nur schwer gegen die Konkurrenz behaupten kann, falsch eingeschätzt. Die daraus resultierende, chronische Umsatzschwäche des IT-Unternehmens hatte Buffett bereits 2017 dazu veranlasst, 94,5 Prozent seiner IBM-Anteile zu verkaufen.

Buffett verteufelt Bitcoin

Als “Rattengift hoch zwei” verurteilte der Star-Investor virtuelle Währungen wie den Bitcoin. In einem Interview mit dem TV-Sender CNBC verglich Buffett den momentanen Boom der digitalen Münzen mit der Tulpenmanie des 17. Jahrhunderts und verweist auf eindeutige Parallelen zu historischen Spekulationsblasen: „Die Leute kaufen Bitcoin allein in der Hoffnung, dass sie jemand anderen finden, der ihnen mehr dafür zahlt." Dabei wird nicht mehr wegen des erwarteten Ertrags investiert, sondern wegen der Aussicht, die Anlage zu einem höheren Preis weiterverkaufen zu können (“Greater Fool Theory”).

Buffett würde niemals in Cyberwährungen investieren, sondern bleibt der Value-Strategie treu: der Superinvestor glaubt an Unternehmen mit soliden Geschäftsmodellen, langfristigen Wettbewerbsvorteilen, einer attraktiven Bewertung und ist bereit, diese über Jahre oder gar Jahrzehnte hinweg zu halten. Ein Erfolgsrezept, das Warren Buffett laut dem US-Magazin "Forbes" zum weltweit drittreichsten Menschen gemacht hat. Vielleicht hätte es sogar für den Spitzenplatz gereicht, wäre er rechtzeitig bei den Champions-Aktien Alphabet und Amazon eingestiegen. Ein Versäumnis, das Buffett bis heute bereut ...

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de
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