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Tesla: Zündet jetzt die Kurs-Rakete?



“Die Tesla-Aktie geht ab wie eine Rakete!” - das wäre eine Schlagzeile, die sich viele Investoren wünschen würden. Doch seit einiger Zeit hinkt der Kurs des E-Mobility-Pioniers den hochfliegenden Plänen des Gründers Elon Musk etwas hinterher. Innerhalb der vergangenen sechs Monaten verlor das Papier -12,95 Prozent an Wert. Entwicklungen, die so gar nicht zu den aktuellen Pressemeldungen passen wollen: Einerseits feuerte Musk gestern eine Rakete seines Unternehmens SpaceX medienwirksam ins Weltall, andererseits kursieren Analysten-Kommentare, wonach Tesla bei der heutigen Q4- und Jahreszahlen-Präsentation 2017 besorgniserregende Bilanz-Löcher offenbaren könnte.

Mehr Schein als sein?
Böse Zungen vermuten, dass Elon Musk mit dem gestrigen Testflug der Großrakete “Falcon Heavy” (geschätzte Kosten: 500.000.000 Euro) einen gigantischen PR-Gag inszenieren wollte. Er packte einen raketentauglichen Tesla samt Astronauten-Dummy an Bord der Rakete, zündete diese vor den Augen der Weltpresse in Cape Canaveral und erwartet einmalige Live-Bilder aus dem All: den roten Tesla mit dem blauen Planeten Erde als Hintergrundmotiv.

Musk versteht es wie kein anderer, “Luftnummern” zu verkaufen. Anleger mit seinen Visionen um den Finger zu wickeln und - sollt mal etwas nicht nach Plan laufen - zu vertrösten. Zum Beispiel im Hinblick auf die Produktionszahlen des Model 3, die noch immer weit hinter den Erwartungen zurückbleiben. Im Mai 2017 hatte Tesla noch angekündigt, im Jahr 2017 5000 Autos pro Woche zu produzieren, 2018 sollten es gar 10.000 pro Woche sein. Doch Liefer- und Produktionsschwierigkeiten haben diese Ziele nach hinten geschoben. Nun sollen erst am Ende des ersten Quartals 5000 Model 3-Autos wöchentlich vom Band laufen.

Gemischte Bilanz
Um die Produktion überhaupt auf Trab zu bringen, musste Elon Musk aber erstmal ordentlich Geld in die Hand nehmen. Investitionen, die sich in den heutigen Bilanzzahlen negative bemerkbar machen dürften. So rechnen viele Marktbeobachter damit, dass Tesla in Q4 zwar mehr Umsatz, dafür aber weniger Gewinn erzielt haben dürfte. Analysten schätzen im Durchschnitt mit einem Umsatz von 3,3 Milliarden Dollar – ein Plus von 43,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Auch für das aktuell laufende Quartal rechnet man mit weiter steigenden Umsätzen. Für die Bruttomarge wird allerdings ein weiterer Rückgang von 19,6 Prozent in Q4 2016 auf 14,5 Prozent in Q4 2017 erwartet.

Zahlen, die vielen Investoren nicht schmecken dürften, denn steigende Umsatzzahlen bedeuten noch lange nicht, dass ein Unternehmen auch profitabel arbeitet. Da Elon Musk nicht im entferntesten daran denkt, an der Kostenschraube zu drehen, sondern stattdessen viel Geld in Zukunftsprojekte wie elektrische LKWs, Roadster, Solardachziegel und neue Ladestationen investiert, müssen sich Aktionäre und Kunden gleichermaßen in Geduld üben. Doch vor allem letztere werden zum Risikofaktor: Kunden warten schon jetzt über 18 Monate auf die Auslieferung ihrer Teslas. Was, wenn die Besteller zwischenzeitlich frustriert zur Konkurrenz abwandern?

Alles in allem dürften Aktionäre auch bei der heutigen Bilanz-Präsentation mehr Fragen als Antworten erhalten. Aufgrund des hohen Unsicherheits-Faktors, der gemischten Unternehmenszahlen und des höchst volatilen Aktienkurses ist Tesla ein als spekulatives Investment einzustufen. Wenn Sie Aktien mit etwas weniger Nervenkitzel, dafür aber umso “gesünderen” Renditen bevorzugen, dann sichern Sie sich jetzt Ihre aktuelle Aktienbrief-Gratisausgabe! Darin lesen Sie alles über unsere 100 Champions - die langfristig erfolgreichsten und sichersten Aktien der Welt.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

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