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Crash oder Panikmache? Was Anleger jetzt wissen müssen

Viele Börsianer hatten in den vergangenen Börsenwochen bestimmt schon ein Bauchgefühl: “Ewig kann das so nicht weitergehen”. Die massiven Kursgewinne der vergangenen Monate hat den Dow Jones – ohne nenneswerte Korrektur – von einem Hoch zum nächsten geschoben.

Die große Frage lautet nun, ob die verlustreiche Börsenwoche der Anfang einer großen Korrektur, oder nur ein kleiner, gesunder Rücksetzer war - eine Gegenreaktion auf die überdurchschnittlichen Kursgewinne im Jahr 2017. Natürlich wagen wir keinen Blick in die Glaskugel, doch eine nähere Betrachtung der Faktenlage könnte uns davor bewahre, übereilte (und möglicherweise teure) Anlageentscheidungen zu treffen:

Ökonomie
Nach neun Jahren “Friede, Freude, Eierkuchen” an den Märkten, kehrt langsam wieder Normalität ein. Aufgrund der steigenden Inflation könnte die US-Notenbank den Leitzins im laufenden Jahr vier- statt dreimal anheben. Schlechte Nachrichten für Unternehmen, deren Kredite wieder teurer werden. Gute Nachrichten für Anleihen-Käufer: die Renditen für langlaufende US-Staatsanleihen klettern parallel zu den Zinsen und liegen derzeit mit 2,77 Prozent so hoch wie seit vier Jahren nicht mehr. Tendenz: steigend. Hohe Anleihezinsen sind allerdings Gift für den Aktienmarkt, weil sie als risikoärmere Alternative zu Unternehmensanteilen gelten.

Automatisierter Handel
Der Mensch denkt, die Maschine lenkt: der gestrige “Flash Crash” war auch eine Reaktion automatisierter Handelsalgorithmen, die beim Durchbrechen bestimmter Kursmarken in den “Autopilot” wechseln und Papiere im großen Stil verkaufen. Zum Beispiel die von Investment- oder Pensionsfonds. Eine rollende Verkaufslawine, die den Kursverfall automatisch verstärkt.

Zurück auf Start
Es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Motive für eine Korrektur. Aber ungeachtet dessen, ob die Bären zwischenzeitlich das Ruder übernehmen, oder nicht: Rücksetzer sind völlig normal- ja sogar gesund! Wenn wir einen kurzen Ausflug in die Welt des Profisports unternehmen, finden wir etliche Beispiele von Athleten, die nach Unfällen oder Krisen wie Phönix aus der Asche stiegen: Niki Lauda, Henry Maske, Michael Jordan - sie alle ließen sich von Rückschlägen nicht entmutigen, sondern bestärken und liefen nach der bewältigten Krise zu Höchstform auf.

Ähnlich verhält es sich an der Börse. Thomas Müller, Gründer, Verleger und Geschäftsführer der TM Börsenverlag AG schrieb dazu in seiner Börsenlektion 5 “Warum jeder Börsen-Crash ein Geschenk ist”: “In 122 Jahren gab es im Dow Jones 35 Rückgänge von mehr als 15% und 17 Einbrüche um mehr als 25%, die als Börsen-Crash bezeichnet werden können. Doch die Erde dreht sich weiter, und der Dow Jones hat immer wieder neue Rekordkurse erreicht.

Dass die Korrektur bereits im ersten Quartal 2018 einsetzen könnte, prognostizierte Thomas Müller, unter Verweis auf die Börsenzyklen, übrigens bereits am 8. Oktober 2017 in seinem Vortrag am 10. Rosenheimer Börsentag: “Das erste Quartal wird vermutlich nicht so prickelnd, das zweite sollte fester verlaufen. Q3 ist vorläufig noch offen, doch Q4 dürfte dann wieder von Kursgewinnen geprägt sein. Dies spricht für Jahrestiefs im Januar/Februar und Jahreshochs im Dezember.”

In diesem Sinne: Halten Sie durch, alles wird besser!

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