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Evotec: Top-Nachrichten! Aber reicht das für ein neues Kursfeuerwerk?

Die Evotec-Aktie macht heute mal wieder von sich reden: der TecDax-Star, der allein in diesem Jahr bereits 128% Rendite erzielte, gab die Kooperation mit der französischen Abifax bekannt. Eine Allianz, die Evotecs ohnehin schon gesunde Entwicklung weiter fördert und Aktionäre zu präventiven Zukäufen stimuliert?

 

Gemeinsam stark

 

Kooperationen sind in der gesamten Biotech-Branche von großer Bedeutung. Die Forschung und Entwicklung neuer Medikamente und Therapieformen kostet viel Zeit und Geld und birgt immer das Risiko, letztendlich keine Zulassung zu erhalten. Im Gegensatz dazu steht die Chance, mit einem “Blockbuster”, also einem fast konkurrenzlos guten Medikament, das eine große Zielgruppe bedient, einen Milliardenerfolg zu landen. Zum Beispiel im Bereich Diabetes, eine der weit verbreitetsten Volkskrankheiten mit weltweit etwa 415 Millionen betroffenen Patienten und enormen Wachstumsperspektiven. Aufgrund des Bevölkerungswachstums und dem zunehmenden Wohlstand in Schwellenländern wie Indien oder China könnte die Zahl der Erkrankten in den kommenden Jahrzehnten noch deutlich ansteigen. Eine unschöne Entwicklung, die Evotec und Kooperationspartner Sanofi allerdings enorme Gewinnperspektiven eröffnet.

 

Die ebenfalls deutsch-französische Allianz besteht seit 2015 und forscht gemeinsam an neuen Behandlungsmöglichkeiten bei Diabetes, unter anderem, indem Betazellen aus menschlichen Stammzellen gewonnen werden sollen. Mit Erfolg: Im April erreichten die Partner einen Entwicklungs-Meilenstein, der sich für Evotec mit geschätzten Umsatzerlösen von drei Millionen Euro bezahlt machen dürfte.

 

Evotecs neueste Kooperation mit Abifax zielt auf einen Erreger, gegen die noch keine Therapie besteht: HIV. Der am weitest entwickelte Wirkstoff der Franzosen zur Heilung von Aids-Patienten befindet sich derzeit in Phase II der klinischen Prüfung und soll zusammen mit Evotec zügig weiterentwickelt werden.

 

Evotecs Liste an Kooperationspartnern ist lang und klangvoll: Bayer, Sanofi, Pfizer, Boehringer Ingelheim, Novartis und zahlreiche weitere “Big Pharma” Unternehmen arbeiten mit den Hamburgern zusammen, wobei Evotec keine eigenen Wirkstoffe entwickelt. Das Biotech-Unternehmen unterstützt seine Partner vielmehr auf ihrem Weg zum nächsten “Blockbuster” und kassiert Prämien und Meilensteinzahlungen. Ein weit risikoärmeres Geschäft, als das der großen Pharmahersteller.

 

Gesunde Zahlen, gesunde Performance?

 

Eine Strategie, die sich bezahlt macht. Erst kürzlich veröffentlichte Evotec starke Halbjahreszahlen, die die TecDax-Aktie auf ein frisches 15-Jahres-Hoch hievten: Der Umsatz im ersten Halbjahr kletterte um 37 Prozent auf 103 Millionen Euro und der Gewinn sprang im Vergleichszeitraum von 2,7 auf 10,1 Millionen Euro. Ein Top-Ergebnis, das die Weichen für eine weitere gesunde Entwicklung des Biotech-Unternehmens stellen könnte. Einige Analysten sind dennoch skeptisch, ob die Aktie mit momentan rund 17 Euro pro Stück nicht schon zu teuer ist. Tatsächlich ist das Evotec-Papier mit einem KGV von fast 40 schon recht kostspielig und voll Risiken und Nebenwirkungen. Anleger könnten in Versuchung geraten, jetzt Kasse zu machen und den Titel “abzusetzen”. Auch gilt die gesamte Biotech-Branche als äußerst schwankungsanfällig und riskant, da die Entwicklung neuer Medikamente und Therapieformen auch für Experten kaum vorhersehbar ist und Pharmahersteller in Zukunft eventuell wieder dazu übergehen könnten, Forschungsaktivitäten ohne Entwicklungspartner wie Evotec durchzuführen. Zu viele Risiken und Kursschwankungen, um das BioTech-Unternehmen zur Champions-Aktie zu küren. Wertpapiere mit viel Potenzial, aber fast ohne Risiken und Nebenwirkungen finden Sie übrigens im aktuellen boerse.de-Aktienbrief. Gesunde Renditen garantiert!

 

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

 

Ihre Miss boerse.de

 

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